• Fabian Stalder, Organisator und Technik-Verantwortlicher der Summer X Party:
    Wir setzen auf Powerchord weil sie erfahren, professionell und trotzdem Improvisationsfähig sind. Zusätzliche Arbeit wird spontan und ohne Wenn und Aber erledigt.

Die "alte" Geschichte

Die Geschichte der Firma Powerchord beginnt Mitte der 90er-Jahre mit zwei Lautsprechern und einem 12-Kanal-Mischpult. Der spätere Firmengründer Maurice Velati startet als Teenager zusammen mit ein paar Schulfreunden ein Band-Projekt. Als Beschallungsanlage im Proberaum werden zwei Lautsprecher der Marke JBL angeschafft und ein kleines Mischpult mit ein paar Mikrofone und Kabel.

Der musikalische Erfolg der Musikgruppe hält sich zwar in sehr engen Grenzen: Aber Maurice Velati entdeckt neben der Freude an Musik auch die Freude an der Technik. Kurze Zeit später beschliessen er und zwei Band-Kollegen, dass man mit der angeschafften Technik auch etwas zusätzliches Geld für die Bandkasse verdienen möchte. Die ersten Aufträge als Techniker und Vermieter von Beschallungstechnik werden deshalb angenommen. Die „Firma“ bezeichnet sich damals noch als Space Dynamic Sound Service.

Mit etwa 18 Jahren beginnt Maurice Velati neben seiner Kantonsschulzeit aktiv als DJ und Tontechniker zu arbeiten, die Auftragsbücher werden immer voller. Aufträge erhält die junge Firma damals vor allem aus der Region Wynental/Seetal, dem Wohngebiet von Maurice Velati, und aus der Region Aarau, wo Maurice Velati die Kantonsschule besucht und sich auch in der freiwilligen Jugendarbeit engagiert.

 

Vom Hobby zum Nebenjob

Durch die vermehrten Aufträge fliesst auch etwas mehr Geld in die Kasse der Firma. Das Geld wird sofort investiert in den Ausbau des technischen Fuhrparks. Gleichzeitig entwickelt sich ein neues, zweites Band-Projekt von Maurice Velati relativ erfolgreich. Mit der Band „deteil“ (Mundartrock) werden über mehrere Jahre Hunderte von Konzerten im ganzen Land gespielt. Dadurch erhöht sich auch der Bedarf an verfügbarer Ton- und Lichttechnik. Bandleader und Sänger Maurice Velati deckt diesen Bedarf durch seine eigene Firma.

Irgendwann um die Jahrtausendwende beschliesst Maurice Velati, die Firma auf eigene Faust weiterzuführen und zu professionalisieren. In dieser Zeit entsteht auch der neuen Name „Powerchord“. „Powerchord“ ist eigentlich ein Begriff aus der Musikwelt: Powerchords sind eine spezielle Spielart der E-Gitarre, welche vor allem im Hardrock- und Metalbereich verwendet wird. Es sind die Musikstile, die dem jungen Firmengründer damals am meisten zusagen.

Das erste „Lager“ der Firma befindet sich in der Junggesellen-Wohnung des Firmengründers. Zwei Zimmer in der Altbau-Wohnung (im ersten Stock eines Mehrfamilienhauses) werden in Büro und Lagerraum umfunktioniert. Erst einige Jahre später wird ein separater Lager- und Büroraum im Keller eines Geschäftshauses in Beinwil am See bezogen. Noch später zieht die Firma nach Seon um, wo ein Lagerplatz mit grösserer Kapazität bezogen wird.

 

Aufträge aus der ganzen Schweiz

Die Firma entwickelt sich dank dem Engagement des Firmengründers und einer Handvoll freiwilliger Teilzeit-Arbeiter ziemlich gut. Einerseits gibt es Aufträge aus dem grossen musikalischen Bekanntenkreis, andererseits aus der Region. Durch die vermehrte Werbung im Internet können aber auch Aufträge ausserhalb der Region an Land gezogen werden. Die Spannbreite der Aufgaben ist weit: Von kleinen Beschallungssystemen am Turnerabend über Konzertaufnahmen für Blasmusik bis hin zu Metal-Konzerten in Turnhallen bietet Powerchord bald alles an.

Dabei bleibt die Firma aber ein Teilzeit-Projekt. Firmengründer Maurice Velati lässt sich nämlich hauptberuflich als Journalist ausbilden und arbeitet ab 2004 für Schweizer Radio DRS in Aarau. Seine Firma ist sein Hobby, er bezieht keinen regelmässigen Lohn und kann deshalb weiterhin die anfallenden Gewinne sofort in neue Technik investieren. Damit vergrössert sich das technische Lager, es erweitern sich aber auch ständig die Einsatzgebiete.

Später gibt es sogar eine kleine „Firmenfusion“. Mit Patrick Stähelin aus Seon, der selber im kleinen Rahmen Vermietungen anbietet, findet sich ein Partner für den weiteren Ausbau von „Powerchord“. Die beiden Firmen legen ihre Lager zusammen. Maurice Velati steuert vor allem Tontechnik bei, Patrick Stähelin vor allem Lichttechnik. Die beiden gründen eine GmbH und Patrick Stähelin arbeitet zeitweise sogar als Festangestellter mit Fixlohn für Powerchord.

 

Nachfolge-Regelung

Doch das Leben ändert sich, die Prioritäten verschieben sich. Als Maurice Velati Vater und Hausbesitzer wird, verlieren die vielen Wochenend-Einsätze an Reiz. Die Arbeitsbelastung wird zu gross, als Journalist unter der Woche und als Bühnenarbeiter, Tontechniker und Geschäftsführer einer Firma am Wochenende. Maurice Velati beschliesst deshalb, dass Patrick Stähelin die Geschäftsleitung der Firma übernehmen soll.

Bald stellt sich aber heraus, dass die Firma noch zu klein ist, um einen regelmässigen Hauptverdienst sicherzustellen. Die Konkurrenz durch andere Firmen ist zu gross. Grosse Firmen leiden unter der Wirtschaftskrise und verlieren grosse Aufträge, sie beginnen nun plötzlich im Auftragsgebiet von Powerchord mitzumischen. Die Preise zerfallen, einzelne Veranstaltungen können kaum mehr kostendeckend offeriert werden.

Schweren Herzens beschliessen Maurice Velati und Patrick Stähelin deshalb im Jahr 2010, dass sie die Firma Powerchord GmbH in dieser Form auflösen. Patrick Stähelin arbeitet fortan als Lichttechniker für verschiedene andere Firmen in der ganzen Schweiz, Maurice Velati konzentriert sich auf seinen Haupterwerb als Journalist und Kommunikationsprofi.

Mit Alain Marti und Simon Münger finden die beiden aber immerhin eine Art „Nachfolge-Regelung“. Die beiden jungen Techniker haben diverse Male für Powerchord gearbeitet, sie wollen nun selber in den hart umkämpften Markt für Ton- und Lichttechnik einsteigen. Sie übernehmen nicht nur einen Teil des Materialparks, sondern auch den Firmennamen „Powerchord“.

Finanziell hat sich das „Jugendprojekt“ Powerchord für seinen Gründer am Schluss zwar kaum gelohnt. Noch immer aber profitiert er vom Fachwissen, das er sich in dieser Zeit angeeignet hatte. Auch er arbeitet – hobbymässig – weiterhin als freier Tontechniker. Und ist stolz darauf, dass die von ihm gegründete Firma auf eine neue Art weiter existiert.