• Ernst Meier, Organisator des Jugendchor Seetals:
    Wir setzen auf Powerchord, weil sich die Dynamik und der Auftritt dieser jungen Firma auf die Projektarbeit und Akteure überträgt. Die Shows und Auftritte vom Jugendchor Seetal haben sich seit dem mitwirken der Licht- und Tontechnik wesentlich gesteigert und ist nicht mehr wegzudenken. Die geduldige und professionelle Arbeit, unter der kundigen Leitung von Simon Münger, wissen wir sehr zu schätzen. Die Firma Powerchord können wir als zuverlässige und kompetente Veranstaltungstechnik jederzeit weiter empfehlen.

Powerchord im Hallenstadion

Es grenzt fast an ein Märchen, was immer ein grosser Traum war und weit in der Ferne lag wird unerwartet zur Realität. Eine kleine geplante Schweizer Club- und Bar-Tour von Mia Aegerter mit der Unterstützung von Simon Münger als Tontechniker von Powerchord macht plötzlich Halt im Hallenstadion Zürich.

Eine zufällige Begegnung mit Folgen

Alles begann mit einer unspektakulären Begegnung an einem Musikabend in Walde (AG) im Frühling 2012 wo ich "Sämi" kennengelernt habe. Powerchord sollte eine kleine Beschallungsanlage liefern und am Unterhaltungsabend bedienen. Einige Tage vor dem Event wurde mir mitgeteilt dass noch eine ganze Schülerband spielen sollte mit Schlagzeug, Bass, Gitarre usw. wobei ich plötzlich verunsichert war ob das angedachte 8Kanal Mischpult wirklich ausreichen wird. Schlussendlich wollte ich keine Kompromisse eingehen und habe das nächst grössere aus unserem Lager (A&H GL2400 32Kanal Mischpult) inkl. Side Rack und allem was dazugehört mitgenommen. Der Musiklehrer welcher sich als "Sämi" vorgestellt hat war sichtlich beeindruckt als wir das ganze Material aufgestellt haben, hat er doch mit wesentlich weniger gerechnet. Die junge Schülerband war begeistert ihre eigene Musik durch Monitor-Lautsprecher direkt auf der Bühne zu hören und das Publikum konnte auch die leisesten Instrumente dank Mikrofon-Abnahme hören und genießen.

Nach dem erfolgreichen Auftrag und den abgeschlossenen Aufräumarbeiten blieb Zeit für ein kühles Bier und einem vertieften Gespräch mit dem Musiklehrer.

Dieser erzählte mir seine Musikalische Vergangenheit, unter anderem dass er Schlagzeuger bei Lockstoff, einer bereits bekannten Schweizer Pop-Band, ist und er mal immer wieder froh um eine weitere Adresse von Tontechniker ist. Wir haben also unsere Visitenkarten ausgetauscht und sind unsere eigenen Wege gegangen.

 

 

mit Mia auf "kleiner" Tour

Gut ein halbes Jahr Später bekam ich ein Anruf von Sämi und er erzählte mir voller Enthusiasmus von einem neuen Projekt mit Mia Aegerter. Etwas überrascht war ich als er mich provisorisch angefragt hat ein paar Gigs mischen zu wollen. Es seien jedoch nur kleine Locations wie Clubs oder Bars angedacht und entsprechend auch nicht immer die grösste Gage zu erwarten. Trotzdem sollte die Tour 2-3Monate lang sein und so gut wie die ganze Schweiz beinhalten. Für mich war sofort klar dass ich dabei sein möchte und willigte ein. Kurze Zeit später bekam ich die Zusage für ein Treffen mit der ganzen Band im Proberaum sowie den ersten zwei Promotion-Konzerten in der Tuchlaube Aarau und in der Bar Rossi in Zürich. Die Musiker waren wohl nach den Konzerten zufrieden mit mir und auch die Konzertkritik war ausschliesslich positiv so dass ich den ganze provisorischen Tour-Plan zugeschickt bekommen habe um mir die Termine für die weiteren Konzerte zu reservieren.

Aus dem Booking war ersichtlich dass Ende November keine Konzerte angesagt sind und es erst im Dezember wieder weiter geht. Doch als ich nichts Ahnend am Sonntag 11.11.2012 meine Emails gecheckt habe sprang mir eine Nachricht entgegen die mich zum zittern brachte. Da wurde ich doch tatsächlich von Mia's Mitmusiker "Julian Feifel" provisorisch angefragt ob ich nächsten Mittwoch den 14.11.2012 Zeit hätte allenfalls Mia und Ihn im Duett im Hallenstadion in Zürich abzumischen.

Ich musste die Mail einige Male lesen um mich zu vergewissern ob ich das ganze richtig verstehe… bestand wirklich die Möglichkeit dass mein Traum "Tontechniker im Hallenstadion zu sein" in Erfüllung gehen könnte? Ohne meine anderen Termine an besagtem Mittwoch zu checken habe ich Julian zugesagt und wollte noch mehr über die spontane Anfrage wissen. Die Booking-Agentur von Mia Aegerter konnte den Support-Act von Sänger Seal für sich gewinnen welcher am 14.11.2012 die Schweiz beehrte. Ob allerdings Mia ihren eigenen Mischer mitbringen darf und der auch die Show von Ihr alleine fahren kann war noch nicht geklärt. Bis zu einem Tag vor dem Konzert wusste ich noch nicht ob ich wirklich hinfahren kann und ob ich nur Anweisungen dem Tontechniker von Seal geben kann wie der Sound von Mia klingen soll oder ob ich doch alleine der Tonmann sein darf.

Es war knapp nach 12:00Uhr am Dienstag 13.11. als ich die Bestätigungsmail bekommen habe dass ich auf jeden fall mit dabei sein soll doch immer noch nicht ob ich auch mischen kann.

 

 

Überrascht auf ganzer Linie

Mittwoch, 14.11.2012, 16:00Uhr vor dem Backstage-Eingang C des Hallenstadions in Zürich. So stand ich da nur mit meinem Kopfhörer bewaffnet und wartete auf Mia und Julian für den Zutritt zum Gebäude. Wir wurden äußerst freundlich empfangen und in unseren Backstage Bereich gebracht. Schlussendlich machten wir uns auf den Weg in die riesige Halle welche ein Fassungsvermögen von bis zu 13'000Zuschauer hat. Der Soundcheck von Seal hat gerade erst begonnen und es blieb noch genügend Zeit die ganze Technik zu bestaunen. Am FOH-Platz befanden sich eine Große Anzahl an Touch- und Info-Screens sowie das Digitale Tonmischpult DIGICO SD8 von welchem ich schon einiges gehört aber nie selber daran gearbeitet habe. In einer kleinen Pause stellte sich Seals Tontechniker mit dem Namen John Robbins vor. Ich soll ihn aber einfach J.R. nennen. Er fragte mich auch sogleich ob ich das Pult bereits kenne und mit welchen ich meistens arbeite. In meiner doch eher jungen Karriere hatte ich noch nicht so oft mit professionellen Digitalmischpulten zu tun und konnte nur mit den Yamaha-Pulten sowie einem einmaligen Einsatz an einem Soundcraft Vi1 dienen.

John wollte mir klar machen dass das DIGICO wie ein Analog-Mischer funktioniert mit welchen ich sehr vertraut bin und gab mir zugleich einen Überblick über die Oberfläche des Pultes. Was bei Analog-Mischpulten als Drehknöpfe und Leuchtdioden ausgebildet ist, wird beim SD8 einfach als Touch-Element auf dem grossen Display angezeigt. Diese Elemente kann man direkt am Bildschirm bedienen oder die zusätzlich zugeordneten Drehknöpfe verwenden. Einzig die Anordnung weicht etwas ab und für die Dynamics sowie FX Inserts wird kein zusätzliches Rack benötigt sondern befindet sich ebenfalls auf dem Mischpult. Es schien alles sehr vertraut und ich war motiviert selber Hand anzulegen, doch ich wusste noch immer nicht ob ich den Soundcheck sowie die Show am Abend selber fahren darf. Ein bärtiger Mann stiess zu uns und stellte sich als "Ben" vor. Er ist von der Sound-Firma angestellt welche die ganze Technik geliefert hat und erklärte mir was er alles über einen der Touchscreens am PA einstellen kann. Auf einem kleinen Rundgang mit Ihm lernte ich auch noch den Monitor-Tontechniker Chris Lantz kennen und war verblüfft wie sauber die ganze Technik an Ihrem Platz stand und keinerlei Kabel überlaufen werden mussten. Ausserdem positiv aufgefallen sind die Musiker, Techniker wie auch Helfer, welche extrem freundlich und bodenständig waren.

 

 

Now it is yours… have fun!

Nach erfolgreichem Soundcheck von Seal kam endlich die Antwort auf meine lang ersehnte Frage ob ich nun Sound-Engineer bin oder nicht. Mit dem Satz "Now it is yours… have fun!" übergab mir J.R. die Macht über das Mischpult! Adrenalin schoss in mir hoch und ich konnte es noch immer nicht fassen dass ich tatsächlich für den Sound im Hallenstadion an jenem Abend verantwortlich bin.

Ben hat mir sogleich ein neues Preset mit den benötigten Kanälen auf dem Mischpult angelegt und mir die Effekte auf meine gewünschten Fader gelegt. Während dem ich mich weiter mit dem Pult angefreundet habe wurde auf der Bühne fleissig Kabel verlegt und die Mikrofone für Mia und Julian eingerichtet. Der Soundcheck sollte eigentlich kurz ausfallen da wir einen eigenen Monitor-Mann hatten und ich nur die Front mixen musste. Doch war gleich zu Beginn das Signal von Julians Akustik-Gitarre mit dauernden Unterbrüchen und extrem leise. Die Techniker gingen auf Fehlersuche und haben schlussendlich Kabel und DI-Box ausgetauscht bis doch schlussendlich das saubere Signal im Mischpult angelangt ist. Die gerade mal 4Signale (2x Gesang und 2xAkustik-Gitarre) konnte ich schnell einpegeln und auch die EQ-Einstellungen gingen flott von der Hand. Bei den ersten Test-Songs hatte ich auch genügend Zeit um die Effekte und Dynamics einzustellen und ich fühlte mich bereit für die Show am Abend. Gut 1/2Stunde vor dem Gig zogen wir uns aus der leeren Halle zurück in unseren Backstage Bereich. 

Showtime

Um Punkt 20:30Uhr ging das Licht in der Halle aus, es war still, Mia und Julian betraten die Bühne und das Licht war nur noch auf Sie gerichtet. Die Gitarren waren auf meinem Pult noch gemutet um das "Klacken" beim einstecken zu verhindern. Ohne wirklichen Sichtkontakt aber mit der Annahme dass das Kabel an der Gitarre hängt öffne ich den Kanal und genau in diesem Moment ertönt das zu verhindern versuchte Klacken. Ich wurde etwas nervös und hoffte dass keine weiteren Probleme auftauchen werden. Mit dem Start des ersten Songs war mir klar dass die beim Soundcheck vordefinierte Lautstärke genau richtig für die Show war und ich konnte mich gleich wieder auf die Feinheiten jedes einzelnen Kanals widmen. Der kurze Support-Act von nicht einmal 30min war im Nu vorbei und ich konnte noch gar nicht verarbeiten was gerade passiert ist. Die Besucher sowie auch das Team von Seal war von Mia begeistert, niemand hatte was am Sound zu klagen und wir wurden sogar angefragt bei 3weiteren Shows von Seal in Polen als Support-Act aufzutreten. Mit gutem Gefühl fanden wir uns wieder im Backstagebereich ein wo wir auf das was gerade geschehen ist angestossen haben. Überwältigt, müde, erleichtert und äusserst zu Frieden warteten wir auf das Konzert von Seal welcher das Publikum für gut 1 1/2Stunde aus den Sitzen riss. Einfach alles hat gepasst!

Vielen Dank an Alle die das ermöglicht haben!